Dienstag, 27. September 2011

Späth'sommer

Das, was der Karl-Förster-Garten für Potsdam ist, sind die Späthschen Baumschulen für Berlin. Institution und Wallfartsort. Zugegeben, ich habe es in diesem Jahr erst einmal nach Potsdam geschafft. Die Späthschen Baumschulen dagegen liegen in meiner Nachbarschaft – großzügig gesehen – und sorgten bereits für einiges frisches Blut auf meiner Parzelle.

Einmal im Jahr rufen Späths zum Traditionsfest und janz Berlin jeht hin. Und immer, wirklich immer bricht spontan der Altweibersommer aus und wärmt die anwesenden Gärtnerseelen. Plötzlich spielen Kinder im Gewirr der noch so jungen Baumkronen, schleichen Feen durchs Geäst – und der Gartenfachberater meiner Anlage ist auch schon da und nickt mir anerkennend zu.

Unzählige Pflanzen- und Zwiebelstände säumen Wege, von deren Existenz man sonst nichts ahnt, angestochene Bierfässer, Grillwürste und selbstgebackene Kuchen duften um die Wette. Die Gärtnerin vergisst ihren Vorsatz, nicht zuviel Geld auszugeben, auf der Stelle und gibt sich dem Trubel einfach hin.

Und nächstes Jahr im September habe ich wieder einen Termin. Dann nehme ich meine Äpfel ins Gepäck, denn einen Pomologen gibt’s dort auch, der hat sogar ein eigenes Apfelzelt und freut sich über seltene Stücke.







Mittwoch, 21. September 2011

Erst wird’s Herbst...

... dann sterbst. Sagt meine Lieblings-Schwiegermutter immer. Ist wohl ne sächsische Weisheit. Ick weeß ja nich! 

Aber wenn ich mich so umschaue auf der Parzelle - so ganz falsch liegt sie nicht.

Ich muss ja zugeben, dass der Herbst eigentlich meine Lieblings-Jahreszeit ist. Niemals ist das Abendrot so schön wie im September und niemals der Wind so kräftig wie im Oktober. Wenn nur danach nicht immer gleich der November folgen würde!

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Ich bin überhaupt noch nicht bereit für den Herbst! Will er mir doch sagen, dass mein erstes Gartenjahr fast vorbei ist. Ich sehe nun genau die Kandidaten wieder, die mich im letzten Jahr um diese Zeit empfangen haben. Phlox, Herbstkrokusse und Fette Henne buhlen um die Gunst der Gärtnerin, Nachbars Brombeeren krauchen durch den ollen Zaun und schauen sich um bei Familie Pelle/Parzelle.

Was soll ich denn bloß machen, wenn es jetzt abends schon wieder dunkel ist, ehe mich das Büro ausspuckt? Flutlicht? Wohl kaum! Den Blog für den Winter in einen Food- und Back-Blog umwandeln? Warm und hell wäre es ja am Herd der Gärtnerin. Und Scheun’ und Keller sind auch gefüllt. Vielleicht keine schlechte Idee. Erst mal mit Emil reden, ob er auch Indoor-Fotos hinkriegt. Bis dahin ein paar Bilder aus den letzten Sonnentagen.

Die Herbstkrokusse - oder sind es -zeitlose? Liebe Annette, was meinst Du?


Gekauft als Blue Boy - so ganz hat es nicht geklappt mit dem Blau...
Ich liebe sie trotzdem!

Ebenfalls meine Favoriten: Fall-Gold-Himbeeren, tragen im Frühjahr und
im Herbst, schmecken viel besser als rote und lassen sich super im
Dunkeln pflücken
Was wollte ich nochmal heute Abend alles anstellen? 

Montag, 5. September 2011

Hätte...

... ich gewusst, dass es zum Leben einer Gärtnerin gehört, unzählige Nächte apfelmuskochenderweise am Herd zu verbringen, bevor ich mein Gärtchen besaß? Dass ich aus Mangel an geeigneten Gläsern und Gefäßen die Supermärkte abklappere und mich freue wie ein König, wenn ich noch welche ergattere? Hätte mich all das davon abgehalten, mich in genau diese alte Laube mit den vier riesigen Apfelbäumen zu vergucken?
Wohl kaum! 

Hätten die Millionen fieser Apfelwickler vielleicht ein klein wenig Milde walten lassen, hätte ich es gehalten wie Anja vom kleinen Horrorgarten. Kofferraum auf, Äpfel rein, zur Mosterei – einmal Apfelsaft für die nächsten 50 Jahre. Doch allein der Gedanke, dass in jedem, wirklich jedem Apfel so ein Fiesling steckt, werde er nun gekocht oder nicht, hielt mich davon ab. Also gab’s nur eins: Schälen, schnitzen und rein mit dem Zauberstab. Deshalb gibt es jetzt im Hause Pelle/Parzelle Apfelmus für alle. Das Ergebnis: zwanzig Gläser, fünf riesige leergegessene Schüsseln – und der Zimt ist auch alle.

Den Wicklern sage ich im nächsten Jahr den Kampf an. Schließlich will ich den Pomologen aufsuchen und fragen, welche Schätze ich beherberge. Wäre ja blöd, wenn der Wickler ihm dann einen Guten Tag wünscht. Bis dahin bedanke mich sehr herzlich bei den Anlegern meines Gärtchens, die die vier Bäume vor fünfzig Jahren so erzogen haben, dass immer nur zwei pro Jahr tragen. Die anderen beiden holen tief Luft und rüsten sich für das nächste Jahr.

Da steht er nun und duftet


Fünf von 500
Wenn allerdings dann die geschundenen Gärtnerinnen-Hände solche Schätzchen aus dem Briefkasten fischen, freut sich die Seele! Liebe Gesine, ich danke Dir von ganzem Herzen und halte Dich bloggenderweise auf dem Laufenden über Aufzucht und Hege!

Samen aus Seepferds weißem Garten! Danke, Gesine!

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